Bis zu vier Monate Wartezeit auf Termin beim Facharzt: So kann es eventuell schneller gehen

Veröffentlicht am 25 April, 2025

Wer einen Termin bei einem Facharzt möchte, muss viel Geduld mitbringen. Das zeigt eine neue Untersuchung der Verbraucherschutzorganisation Testaankoop. Im Durchschnitt warten Patientinnen und Patienten 81 Tage – also fast drei Monate – bis sie zu einem Kardiologen, Lungenarzt oder Psychiater können. Und bei manchen Fachärzten muss man sogar noch länger warten, auch wenn es Möglichkeiten gibt, schneller an einen Termin zu kommen.

Verschwommene Sicht? Dann heißt es vermutlich: warten bis nach dem Sommer. Die längsten Wartezeiten gibt es bei den Augenärzten. Belgische Patientinnen und Patienten mit Augenproblemen warten im Schnitt 131 Tage auf einen Termin – das sind über vier Monate. Auch bei Dermatologen (114 Tage) und Gynäkologen (112 Tage) sind die durchschnittlichen Wartezeiten ziemlich lang, meint Professor für Allgemeinmedizin Dirk Devroey (VUB). „Es mangelt nicht nur an Hausärzten, sondern auch an Fachärzten. Die von der Regierung festgelegte maximale Zahl an Studierenden, die eine Facharztausbildung beginnen dürfen, verschärft das Problem zusätzlich.“

Flamen warten im Durchschnitt 123 Tage – also vier Monate – auf eine erste Konsultation beim Dermatologen.

Lange Wartezeiten gibt es fast überall, wie die untenstehende Übersicht von Testaankoop zeigt. Am schnellsten bekommt man einen Termin beim Radiologen – mit einer durchschnittlichen Wartezeit von „nur“ 31 Tagen.

So lange muss man durchschnittlich auf einen Termin beim Facharzt warten

Belgischer Durchschnitt in Tagen

Ob es einen Unterschied bei den Wartezeiten zwischen Krankenhauskonsultationen und Privatordinationen gibt, hat Testaankoop nicht untersucht. Je nachdem, wo man wohnt, kann es aber etwas besser oder schlechter ausfallen, erklärt Sprecherin Laura Clays. „Hier in Flandern dauert es im Schnitt 74 Tage – also gut zwei Monate – bis man zum Facharzt kommt. In der Wallonie muss man durchschnittlich 96 Tage Geduld haben – also über drei Monate. Am schnellsten geht es in Brüssel: nach 58 Tagen können Patientinnen und Patienten zur Konsultation.“

„Flandern schneidet also im Allgemeinen besser ab als der Durchschnitt. Man muss aber wissen, dass hier die Wartezeiten beim Dermatologen (123 Tage) und beim Gynäkologen (122 Tage) länger sind.“ Beim Augenarzt in Flandern (118 Tage) hingegen kommt man wieder etwas schneller dran.

Für wirklich dringende Konsulta­tionen ruft der Hausarzt selbst direkt beim Facharzt an, um einen Termin zu vereinbaren
— Dirk Devroey, Professor für Allgemeinmedizin, VUB

Sind diese Wartezeiten im Allgemeinen zu lang, um noch akzeptabel zu sein? Devroey: „Naja, es macht natürlich einen Unterschied, ob man zur jährlichen Kontrolle seiner dunklen Flecken zum Hautarzt will oder wegen eines plötzlich auftretenden schweren Ekzems.“

46 Tage Wartezeit auf medizinische Untersuchungen

Auch für medizinische Untersuchungen, für die man zuvor beim Hausarzt war, muss man oft lange warten. Die durchschnittliche Wartezeit für eine Biopsie, einen Scan oder eine spezielle Messung beträgt 46 Tage. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den Untersuchungen. Ein einfaches Röntgenbild klappt meist noch innerhalb von 20 Tagen, aber für eine Mammografie beträgt die Wartezeit im Schnitt 76 Tage. Und was, wenn man gerade einen Knoten in der Brust ertastet hat… Für ein MRT, um beispielsweise Tumore, Zysten oder Arthrose zu erkennen, liegt die Wartezeit im Schnitt bei 49 Tagen.

So lange muss man auf eine Untersuchung warten

Anzahl Tage

Auch 58 Tage Wartezeit auf ein EKG sind lang, wenn man befürchtet, dass das Herz plötzlich aussetzen könnte, oder? „Bei wirklich dringenden Konsultationen, bei denen die Gesundheit in Gefahr ist – etwa bei Verdacht auf Krebs oder einem drohenden Herzinfarkt – wird der Hausarzt selbst einen schnellen Termin vereinbaren, indem er direkt beim Facharzt oder dessen Praxis anruft. Das muss er natürlich gut begründen können. Außerdem kann er den Patienten in die Notaufnahme überweisen oder selbst schon mit einer Behandlung beginnen.“

Für manche Menschen bedeutet das, dass sie länger mit Beschwerden herumlaufen. Das ist nicht nur frustrierend, sondern manchmal auch schlichtweg gefährlich
— Laura Clays, Sprecherin von Testaankoop

Wie bei den Konsultationen liegen auch bei medizinischen Untersuchungen die Wartezeiten in der Wallonie (63 Tage) deutlich höher als in Flandern (38 Tage) und Brüssel (37 Tage). „Diese Unterschiede zeigen, dass der Zugang zur Gesundheitsversorgung in Belgien nicht gleich ist“, sagt Laura Clays von Testaankoop. „Für manche Menschen bedeutet das, dass sie länger mit Beschwerden leben oder ihre Diagnose verzögert wird. Das ist nicht nur frustrierend, sondern manchmal auch einfach gefährlich.“

So kann es schneller gehen

Für dringende Anliegen kann man den Hausarzt also bitten, einen Termin zu vereinbaren – das spart in der Regel etwas Zeit. Die Chance ist dann aber groß, dass man eine Privatkonsultation bei einem (teilweise) nicht konventionierten Arzt bekommt, der dafür extra etwas verlangt, so Devroey. „Manche Ärzte arbeiten tatsächlich mit zwei Arten von Terminen, bei denen sie für dringende Konsultationen einen Aufpreis verlangen. Da habe ich meine Bedenken. So entsteht eine Zweiklassenmedizin, bei der diejenigen, die es sich leisten können oder wollen, schneller Hilfe bekommen.“

Und was ist mit Untersuchungen außerhalb der Bürozeiten? „Dass Patientinnen und Patienten um 23 Uhr oder sogar mitten in der Nacht unter teuren MRT-Geräten und anderen spezialisierten Bildgebungsapparaten liegen, ist längst üblich geworden. An sich ist das eine sinnvolle Nutzung dieser Geräte, aber häufig werden auch dafür Zuschläge verlangt.“

Selbst auf die Suche gehen

Lohnt es sich also, selbst nach einem verfügbaren Facharzt irgendwo im Land zu suchen? Zum Beispiel über die Online-Terminplattform Doctena kann man direkt in den Kalender von über 5.000 belgischen Hausärzten, Zahnärzten, Dermatologen, Gynäkologen und vielen weiteren Gesundheitsfachkräften schauen. „Mit einer intelligenten Suchfunktion kann man sofort alle verfügbaren Terminoptionen sehen – inklusive etwaiger Last-Minute-Termine“, erklärt CEO Alain Fontaine. „Patientinnen und Patienten können sich auch Benachrichtigungen schicken lassen, wenn neue Zeitfenster frei werden – oft schon innerhalb weniger Tage –, wodurch sie schneller Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten als über traditionelle Systeme.“

Ein Online-Terminkalender ist eine gute Sache für alle, die schnell zum Kardiologen oder Dermatologen wollen. Ich selbst wähle aber lieber jemanden auf einer anderen Basis als nur nach dessen Kalender
— Dirk Devroey, Professor für Allgemeinmedizin, VUB

Wir selbst konnten über Doctena am Donnerstagmorgen noch für denselben Abend einen Termin bei einem Kardiologen in Leuven buchen – um 18 Uhr oder um 18:30 Uhr. Wegen eines verdächtigen Hautflecks hätten wir, wenn gewünscht, noch am Freitag um 14 Uhr ganz schnell zu genau einem Dermatologen in Antwerpen gehen können. Bei allen anderen Hautärzten auf der Plattform hätte man Wochen oder Monate warten müssen. „Das ist eine gute Sache für alle, die schnell zum Kardiologen oder Dermatologen wollen“, sagt Devroey. „Ich selbst bevorzuge jedoch einen empfohlenen Arzt oder wähle jemanden auf einer anderen Grundlage als nur nach dem Kalender.“

https://archive.is/qpl3H#selection-3095.0-3095.578

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