Fast 4 Monate Wartezeit auf einen Termin beim Gynäkologen: so kann es möglicherweise schneller gehen

Veröffentlicht am 25 September, 2025

Einen Termin beim Gynäkologen vereinbaren? Dafür braucht man oft viel Geduld.

Laut einer Studie beträgt die durchschnittliche Wartezeit 112 Tage. Warum dauert es so lange? Und wie kommt man schneller dran? Zwei Experten geben Tipps und empfehlen eine Online-Plattform, über die man manchmal schon nach einer Woche einen Termin beim Gynäkologen bekommt.

„Manche Patientinnen bevorzugen eine weibliche Ärztin. Männliche Gynäkologen sterben aus.“

Wer einen Termin beim Gynäkologen vereinbaren will, muss oft warten. Die Flämische Vereinigung für Geburtshilfe und Gynäkologie (VVOG) führt selbst keine Statistiken über Wartezeiten. „Am längsten wartet man wohl auf nicht dringende Termine, etwa ein Krebs-Screening“, erklärt Sprecherin Isabelle Dehaene. „Außerdem füllen Schwangerschaften den Kalender eines Gynäkologen schnell: Alle vier Wochen steht ein Termin an. Andere Fachärzte sehen dieselben Patienten viel seltener.“

Die Verbraucherorganisation Testaankoop untersuchte Anfang des Jahres die Wartezeiten bei Fachärzten. Auch hier zeigte sich: Einen Termin beim Gynäkologen zu bekommen, ist nicht einfach. Belgische Patienten warten im Schnitt 112 Tage, fast vier Monate. Nur beim Dermatologen oder Augenarzt ist es noch schwieriger.

Doctena

Wer online nach einem Gynäkologen sucht, stößt schnell auf Doctena. Mit dieser Plattform bucht man Termine selbst. Auf der Website gibt man eine Spezialisierung oder Praxis ein und kann nach Region filtern. „Das variiert: Wer in Brügge sucht, hat andere Wartezeiten als in Sint-Niklaas, Dendermonde oder Buggenhout. Es können vier Monate sein, aber der Termin ist fix“, sagt ein Doctena-Sprecher.

Dr. Dehaene kennt die Plattform nicht. „Aber wenn sie zuverlässig ist, finde ich sie praktisch“, sagt sie. „Gleichzeitig sind dort nur einige Gynäkologen zu finden, während viele Patientinnen ihr Leben lang denselben Arzt bevorzugen. Es sind intime Untersuchungen – da vertraut man lieber seinem eigenen Arzt, der die Vorgeschichte kennt.“

Der Gynäkologe in Sint-Niklaas, den wir über Doctena finden, ist Dr. Philip Vanparijs. Doctena hat sein früheres Online-Buchungssystem übernommen. „Es ist gut möglich, dass man bei seinem Gynäkologen über ein Jahr auf einen Termin wartet“, sagt er. Es hängt stark vom Arzt ab. „Manche sehen einfach weniger Patienten pro Woche. Vor allem die jüngere Generation entscheidet sich öfter für weniger Patienten. Das gilt auch für Hausärzte.“

Welche Faktoren spielen noch eine Rolle?

Dehaene vermutet Unterschiede zwischen Städten, aber Daten fehlen. Ob man schneller in einer Privatpraxis oder im Krankenhaus drankommt, ist unklar. Dr. Vanparijs sieht keinen Unterschied: „Viele denken, Privatpraxen sind teurer – bei uns nicht.“

Er stellt fest, dass männliche Gynäkologen oft kürzere Wartezeiten haben. „Sie haben manchmal mehr Termine frei. Doch viele Patientinnen bevorzugen eine Ärztin. Männer verschwinden aus dem Beruf.“

Was kann man tun, um schneller einen Termin zu bekommen?

Bei dringendem Bedarf erklärt man am besten gleich den Grund. Meist halten Gynäkologen dafür Plätze frei, so Dehaene. Dr. Vanparijs: „Vielleicht klappt es schon nächste Woche. Sonst beim Sekretariat nach einer Überweisung zu Kollegen fragen. Und wenn das nicht hilft, aktiv selbst suchen.“

Man kann Nachbarpraxen anrufen oder woanders buchen. „Eine gute Option ist die App mynexuzhealth. Viele Krankenhäuser nutzen sie. Bei Dringlichkeit kann man die Kalender vieler Ärzte gleichzeitig einsehen und freie Plätze finden. Das ist zwar Aufwand, aber hilfreich. Bei einem unbekannten Arzt ist es schwieriger. Doch wenn es dringend ist, zählt nur das.“

Ändert sich bald etwas?

Dehaene glaubt, dass die Wartezeiten kürzer werden könnten. „Seit letztem Jahr raten Ärzte, ab 30 und ohne HPV nur alle fünf Jahre einen Abstrich zu machen.“ Das Virus erhöht das Krebsrisiko. „Früher waren es drei Jahre. Viele werden das beibehalten, daher bleiben die Agenden voll.“

Aktuell kann man für einen schnelleren Termin nicht extra zahlen. Dr. Vanparijs vermutet aber, dass es so ein System geben wird: „Eine Fast Lane wie am Flughafen – dafür gibt es sicher einen Markt, auch wenn es ethische Fragen aufwirft. Vor allem sollten No-Shows zahlen müssen. Pro Tag haben wir fünf Ausfälle. Gleichzeitig rufen Menschen an, die keinen Termin finden. Ein Paradox.“

Welche Rolle spielt der Hausarzt?

„Mit einer Überweisung kann der Hausarzt einen dringenden Termin anfordern“, erklärt Dehaene. „Bei akuten Schmerzen, früher Schwangerschaft mit Blutungen oder Knoten in der Brust können Hausärzte gemeinsam mit Gynäkologen dringende Termine ermöglichen. Auch seltenere Behandlungen lassen sich starten. Für Juckreiz, Ausfluss oder Verhütungsfragen kann oft der Hausarzt helfen.“

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