Drei Lösungen zur Neugestaltung der Zukunft von Hausärzten in Belgien

Veröffentlicht am 17/04/2024

Der Mangel an Hausärzten in Belgien machte zu Beginn des Jahres 2024 Schlagzeilen in den nationalen Nachrichten. Für Doctena beleuchtet Dr. Lieve Vande Putte die Problematik. Die niederländischsprachige Allgemeinmedizinerin aus Brüssel schlägt drei Lösungen zur Verbesserung vor. Eines davon? Eine bessere und umfangreichere digitale Unterstützung.

“Der Mangel an Hausärzten in Belgien ist ein seit Jahren bekanntes Problem; wirklich neu war die Nachricht also nicht. Aber deswegen ist ihre gesellschaftliche Relevanz nicht weniger“, beginnt Dr. Lieve Vande Putte. Sie arbeitet in einem Gesundheitszentrum in Brüssel.

Als sie 1985 ihre Karriere als Allgemeinmedizinerin begann, war die Situation völlig anders. “Statt eines Mangels gab es einen Überschuss an Hausärzten. Patientenstopps kannten meinen Kollegen und ich gar nicht. Im Gegenteil, wir hatten zu wenig Arbeit…”

Gesunde Grenzen wahren

Während die Debatte über den Mangel an Allgemeinmedizinern erneut aufflammt, hält sie es für wichtig, die Lektionen, die sie gelernt hat, mit ihren jungen Kollegen zu teilen. “Man hört oft Kritik an jungen Hausärzten, weil sie angeblich zu wenig arbeiten. Aber ich stimme dem absolut nicht zu. Im Gegenteil, ich finde die Einstellung der jungen Ärzte gesund.

“Meine Generation von Ärzten wurde durch das System konditioniert. Immer nur arbeiten, arbeiten, arbeiten. Grenzen zu setzen, lernten wir nicht. Und so etablierte sich ‚rund um die Uhr verfügbar zu sein‘ als Norm für die allgemeinmedizinische Praxis”, erklärt Dr. Vande Putte. “Eine ungesunde Norm…”

Junge Hausärzte wahren ihre Grenzen heute besser. Dies betrachtet die Brüsseler Ärztin als einen wichtigen Fortschritt. Das müsse auch nicht bedeuten, dass Patienten länger auf einen Termin beim Allgemeinmediziner warten müssen, betont sie. „Mit der richtigen Praxisorganisation kann man eine gute Work-Life-Balance für Allgemeinmediziner mit einem reibungslosen Zugang für Patienten verbinden.“

Dr. Vande Putte schlägt drei Lösungsansätze vor:

  • Digitale Unterstützung

Ein Softwareprogramm für Allgemeinmediziner, elektronische Rezepte, elektronische Atteste, um nur einige zu nennen: “Der Einsatz der richtigen digitalen Werkzeuge macht das Leben als Hausarzt in vielerlei Hinsicht einfacher”, betont Dr. Vande Putte.

Sie nutzt Doctena seit mehreren Jahren als Online-Buchungssystem für Termine. “Ich möchte es nicht mehr missen. Und ich bin nicht die Einzige: Fast die Hälfte aller meiner Patienten bucht ihre Termine auf diese Weise“, sagt sie. “Der Online-Kalender spart mir viel Verwaltungsarbeit. Außerdem kann ich oft besser vorbereitet in einen Termin starten, da viele Patienten den Grund für die Konsultation bei der Buchung bereits kurz beschrieben haben.

„Sehr nützlich finde ich auch, dass Patienten nach Sprache filtern können, wenn sie auf Doctena einen Hausarzt suchen. In Brüssel gibt es beispielsweise wenige niederländischsprachige Hausärzte. Dank der Plattform finden niederländischsprachige Patienten trotzdem den Weg zu mir.“

  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern

Was die Verabreichung von Grippeimpfungen, die Terminplanung, das Reinigen der Ohren, das Ausfüllen von Bescheinigungen, das Abnehmen von Blutproben angeht, so tun viele Hausärzte heute noch zu viel, findet Dr. Lieve Vande Putte. “Mein Rat? Umgeben Sie sich speziell mit anderen Profilen in Ihrer Praxis. Mit einem Gesundheitsförderer, einem Psychologen, einer Pflegefachkraft, einem Sozialassistenten…

Sie können nicht nur mehr Pflege anbieten, sondern auch die Qualität der Pflege verbessern. Denn jedes dieser Profile bringt wertvolles Wissen und Fachwissen mit, die Sie vielleicht nicht haben. Zusammen können Sie dem Patienten viel mehr bieten als jeder für sich.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich interdisziplinär zu organisieren. Denken Sie beispielsweise an eine erweiterte Primärversorgungspraxis, eine Gemeinschaftspraxis oder das neue Modell New Deal”-model[TR1], um das am 1. April dieses Jahres ein Pilotprojekt gestartet wurde. “Jeder Ansatz hat seine eigenen Schwerpunkte. Sie können also wählen, was am besten zu Ihrer Vision passt.

  • Andere finanzielle Anreize

Mit ihrer dritten Lösung richtet sich Dr. Vande Putte eher an die Regierung mit der Idee einer anderen Finanzierung. “In Belgien werden wir seit Jahren für die Quantität belohnt, für die Anzahl der Leistungen und Sprechstunden mit dem Patienten. Viele Kollegen, einschließlich mir, glauben jedoch an einen eher proaktiven, präventiven Ansatz: Wir sollten vor allem dafür belohnt werden, die Menschen so lange wie möglich gesund zu halten und somit so wenig Kontakt wie möglich mit ihrem Hausarzt zu haben.

Als einzelner Allgemeinmediziner können Sie natürlich nicht allein das Finanzierungssystem ändern – das ist eine Aufgabe für die Regierung. Aber Sie können sich für Praxisformen entscheiden, die sich auf einen proaktiven und präventiven Ansatz konzentrieren. Das tun beispielsweise die Gemeinschaftspraxen: Sie erhalten einen Betrag pro Patient und nicht pro Sprechstunde. Und das neue Modell unter dem New Deal legt ebenfalls den Schwerpunkt auf einen ganzheitlichen Ansatz für den Patienten durch eine Kombination aus einer Pauschale pro Patient und einem Teil der Leistungsfinanzierung.

Werden wir den Mangel an Hausärzten in Belgien mit diesen drei Lösungen lösen? “Nicht sofort. Aber wir bewegen uns definitiv in die richtige Richtung. Sie helfen den Hausärzten, ein gesünderes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben zu finden. Und sie verbessern die Qualität und Proaktivität der Versorgung für den Patienten“, schließt Dr. Vande Putte ab.

 

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